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BFH-Urteil zur steuerlichen Behandlung von Dinner-Shows

Mitteilung vom 02.05.2013

Bei sog. Dinner-Shows war bislang unklar, ob die Eintrittskarten dem ermäßigten Umsatzsteuersatz oder dem vollen Umsatzsteuersatz unterfallen. Wenn man das Dinner als Nebenleistung zu einer Konzert- oder theatermäßigen Hauptleistung, nämlich der Show, ansieht, kann man die Auffassung vertreten, dass der ermäßigte Umsatzsteuersatz (7%) anwendbar ist. Sieht man hingegen die Show als Nebenleistung zum Dinner, gelangt man zur Anwendbarkeit des vollen Umsatzsteuersatzes (19%). Der BFH hat sich in seiner Entscheidung mit beiden Sichtweisen befasst, sie allerdings im Ergebnis beide verworfen und einen dritten Weg gewählt: Er sieht in der Verbindung von künstlerischer und kulinarischer Leistung die Schaffung einer eigenständigen „Dritten Leistung“, die weder im Wesentlichen Showleistung noch im Wesentlichen Dinnerleistung ist, sondern durch die Verbindung beider Elemente einen eigenständigen Charakter erhält. Da diese eigenständige Leistung nicht vergleichbar mit der Leistung eines Theaters oder Orchesters ist, findet der volle und nicht der ermäßigte Umsatzsteuersatz hierauf Anwendung.

Urteil vom 10.01.2013, BFH, AZ: V R 31/10, Quelle: Juris