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Abzugsteuer nach § 50a EStG (Ausländersteuer ) bei DJ-Auftritten!

Mitteilung vom 05.11.2012

Die Finanzämter überprüfen aktuell Discotheken und Clubs verstärkt darauf, ob bei den Auftritten ausländischer DJs die Abzugsteuer nach § 50a EStG (sog. Ausländersteuer) vom Discothekenbetreiber einbehalten und abgeführt wurde.

Die Abzugsteuer fällt gem. § 50 a Abs. 1 Nr. 2 EStG nicht nur an, sofern künstlerische sondern jedenfalls ab 2009 auch dann, wenn u.a. unterhaltende Darbietungen verwertet werden. Da der Begriff der Darbietung weit auszulegen ist, fällt die Tätigkeit eines DJ’s u.a. jedenfalls darunter – und zwar unabhängig davon, ob er im Einzelfall als Künstler tätig geworden ist oder lediglich als „Plattenaufleger“.

Die tatsächlichen Reise- und Übernachtungskosten zählen jedenfalls seit 2009 nicht mehr zur Bemessungsgrundlage. Da der Europäische Gerichtshof festgestellt hat, dass die in den Vorjahren bestehende abweichende Praxis rechtswidrig war, gibt es auch für die Jahre vor 2009 die Möglichkeit gegenüber dem Finanzamt die Herausrechnung von nachgewiesenen Reise- und Übernachtungskosten durchzusetzen.

Sofern im Vertrag mit dem DJ oder dessen Agentur nicht ausdrücklich vereinbart war, dass die Gage eine Nettogage ist bzw. alle inländischen Steuern vom deutschen Veranstalter zu tragen sind, kann die Abzugsteuer vom ausländischen Vertragspartner zurückgefordert werden. Der deutsche Veranstalter ist „lediglich“ Haftungsschuldner, der die Steuer vom Honorar des beschränkt Steuerpflichtigen einzubehalten und an sein Finanzamt abzuführen hat. Steuerschuldner hingegen ist der ausländische Vertragspartner.

Der Abzugssteuerbetrag zählt auch zur Bemessungsgrundlage für die Künstlersozialabgabe. Dabei könnte man dann allerdings darüber streiten, ob der DJ tatsächlich als Künstler oder nur handwerklich tätig geworden ist.